ein Wort mit X
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Taubenstein Schneeschuh Tour
Dezember 4, 2017

Winterbiwak #1

stand letzten Freitag auf dem Plan. Nachdem ich letztes Wochenende die Gegend um den Tegernsee ausgekundschaftet hatte und nichts sah, dank eines ausgesprochenen Nebels, entschied ich mich während der Woche, dort mein erste Winterbiwak dieser Saison zu begehen. Mein bisherigen Biwaks habe ich immer in Begleitung von einer Person gemacht, aber diesmal entschied ich, es als Solotour zu packen.
Stichwort packen, da es diesmal nicht primär um die Milchstraße ging, lies ich mein Stativ und Panoramakopf im Auto und packte dafür das schwere 70-200 2.8 Objektiv ein..

Aufstieg

Freitag gegen 12 startete ich Richtung Tegernsee, den Rucksack final am Parkplatz gepackt und startete um 13:30 Richtung Setzberg. Nach bereits 20 min überlegte ich warum ich das mache und dachte ans aufgeben, der Rucksack inkl. Schneeschuhe wog unangenehme 23kg. Ein Winterdienstmitarbeiter auf dem Parkplatz lächelte eher milde als er mich die Schneeschuhe auf den Rucksack packen sah und meinte ich sei wohl ziemlich optimistisch, ich erklärte mich wieder mit dem Trainingseffekt.
Ich wollte gegen 16 Uhr auf dem Gipfel sein, was mir in 2,5 Stunden nun ziemlich unwahrscheinlich vorkam und meine Motivation weiter schwinden lies.

Schnee und Eis wie letztes Wochenende waren dieses mal nicht zu sehen und kamen erst ab ca. 1450 m zum Vorschein, was dass vorankommen zumindest nicht noch beschwerlicher machte.

Am Wallberghaus zum einstieg des Setzberges zog ich dann die Schneeschuhe an, was den Rucksack leichter machte, aber das gehen im teils doch tiefen Schnee, wo ich teilweise die Spuren der Wanderer aber auch teilweise selber spuren musste, machte die Sache dann doch anstrendener wie erwartet.

Nach 2:40 war ich dann endlich auf dem Gipfel und konnte einen tollen Sonnenuntergang beobachten, ein weitere Wanderer gesellte sich zu mir, verließ mich aber nach seiner Brotzeit Richtung Tal, irgendwie beneidenswert. ein wunderschöner Tag war es trotzdem, vielleicht auch gerade deswegen

Camp

Dunkel war es ab 17 Uhr und die Temperatur fiel merklich, der Wind frischte auf, so entschloss ich mich gegen eine Übernachtung direkt auf dem Gipfel, da mein Schlafsack nur auf -3 Grad ausgelegt war und es 14 Stunden dauern sollte bis die Sonne wieder am Horizont auftauchte und ich keine weiteren Experimente wagen wollte.
Beim Aufstieg sah ich eine alte verlassene Liftstation, wo ich bei einem extremeren Wetterumschwung Schutz finden würde.
4Stunden musste ich nun überbrücken, da ich nicht zu früh in den Schlafsack wollte um nicht schon gegen 2Uhr morgens ausgeschlafen zu sein.
Ich schaffte mir erst mal 2 Schlafstellen, eine außen und eine etwas windgeschütztere in dem ich mit meinen Schneeschuhen den Schnee fest stapfte und komprimierte.
Das Wetter zog zu, so dass ich mich entschied keine Timelapse Aufnahmen mit meiner GoPro zu machen (wieder 1kg inkl. Akku und Stativ was umsonst die fast 1000hm getragen wurden)
. Zum kochen schaffte ich ich mir mit meiner Schneeschaufel eine Windgeschützte Kochstelle und baute meinen Benzinkocher auf, diesmal funktionierte er auch einwandfrei was auch sehr wichtig war, da ich als alternative nur 3 Energieriegel hatte.
Während das Wasser zum kochen kam zog ich mir mal was langes drunter, weil ich auf jeden Fall vermeiden wollte unnötig auszukühlen und dann nicht mehr warm zu werden.
Da ich ja sehr gerne frisch koche, war das Abendessen eher mittel zum Zweck und weniger Genuss, die Aussicht auf den Tegernsee bzw. die umliegende Städte machte es aber erträglich. Den Topf noch kurz mit Schnee gereinigt und Teewasser aufgesetzt, anschließendchte ich mein Schlaflager, bestehend aus Biwaksack aus Goretex Material und einer Thermoisomatte mit gutem R-Wert und dem MountainEquipment Schlafsack Helium 400.
Es war nun so gegen 18:30 und noch reichlich zeit bis ich schlafen wollte, das Handynetz war auch eher spärlich, also fiel chatten auch flach, so schaute ich einfach auf die Stadt und München, wo ich sogar die rote Allianz Arena sehen konnte.
Da ich kein Stativ dabei hatte, nutze ich den Koffer der GoPro als Unterlage und machte ein paar Langzeitaufnahmen der Gegend, allerdings eher nur Zeitvertreib.
Die Zeit verging wirklich sehr langsam, ich fühlte mich zwar auch nicht einsam, da ja ab und an eine Nachricht an die Außenwelt durchging, aber an etwa zu lesen hatte ich zwar gedacht, aber dann aus Bequemlichkeit daheim gelassen.
 

Nacht

Ich schmolz etwas Schnee um mir meine Nalgeneflasche mit heißen Wasser in den Schlafsack zu stecken ,da ich vom wenig gehen nun auch langsam sehr kalte Zehen bekommen hatte.
21:30 endlich die Zeit ist gekommen ins Bett zu gehen, kurz noch einen Anruf an daheim um zu sagen dass man noch am Leben ist und ab in die Koje, der Wind war noch da, aber nicht zu stark, so dass ich unter freiem Himmel schlafen konnte, Sterne sah ich allerdings auch keine.

2Uhr Das erste mal wurde ich wach, als der Wind nun stärker wurde. Ich zog den Schlafsack zu und zog mir die Mütze über die Augen, die irgendwie vom Wind schmerzten.---trotz des nun klaren HImmels und der Sterne, schaffte ich es nicht mich aufzuraffen um die GoPro aufbauen.

3:30 schon wieder wach, und ich merkte ich bin immer noch draußen, dabei hatte ich doch gerade von einer Bergpension geträumt die fast leer war und ich mir ein Zimmer aussuchen konnte, jedoch war der Wind so stark der gegen die Hauswand und Fenster wehte...der Traum war aus und der Wind wehte mir nun wieder in der Wirklichkeit um die Ohren.

6Uhr, langsam war ich ausgeschlafen und hatte auch das Gefühlt erholt zu sein, ein kurzer Blick aufs Handy sagte mir wann die blaue Stunde ist und wann der Sonnenaufgang, ich hatte noch 20min. Kaffee wollte ich mir machen, aber der Wind war noch immer stark und es war ja auch ein Wetterumschwung vorausgesagt, so dass ich mich entschloss im Schlafsack zu bleiben, als mir da einen sinnlosen Kaffee zu machen.

6:30 sprang ich dann auf und packte meinen Rucksack und mein gesamtes Equipment zusammen und kontrollierte ob ich alles dabei hatte, da ich keinen Unrat hinterlassen wollte.
 

Morgen

Ich wollte diesmal eine „einfachere“ Route auf den Gipfel nehmen und verstieg mich sogleich, so dass ich auch einen Schneeschuh verloren hatte. Ich stand plötzlich bis zum Oberschenkel versunken im Schnee mit 20kg auf dem Rücken und dachte mir ...na sauber. Zum Glück habe ich den Schuh schnell gefunden und bin dann doch die alte Route aufgestiegen, was aber auch nicht leichter war auf nüchternen Magen und so pumpte ich ganz ordentlich als ich zum zweiten mal am Gipfelkreuz ankam. Ich war der Erste. Ein blauer Lichtschein am Horizont zeigt mir, es geht langsam los und so packte ich die Kamera aus nachdem sich mein Kreislauf wieder stabilisiert hatte. Ich machte die ersten Bilder und schickte auch ein paar nach Hause, als Lebenszeichen. So ein Sonnenaufgang auf dem Berg ist schon immer etwas ganz besonderes, das Licht wechselt laufend und erzeugt immer wieder ein neues Motiv, die Wolken, die Bergspitzen und Täler erstrahlen alle Minute in einem neuen Gewand. Ich wusste wieder warum ich das gemacht hatte.Ein neuer Tag beginnt, auf dem Berg ist dieses Erlebnis was anderes als in der normalen Comfort Zone.

Ich hatte den Wecker auf 8 Uhr gestellt, da ein Wetterumschwung vorausgesagt war und ich auch die Wolkenbildung sah und mittlerweile Wetterwarnung auf dem Handy bekommen hatte, beim fotografieren vergisst man gerne mal die Zeit und so setzte ich mir ein hartes Zeitlimit.

Abstieg

Da ich ja alleine unterwegs war und zu Hause sich Sorgen gemacht wurde, setzte ich einen Anruf hab, dass ich nun durch den Schneehang nach unten laufe und mich melde wenn ich wieder auf dem festen Forstweg bin, das klingt jetzt vielleicht etwas dramatisch, aber gestürzt und ausgerutscht ist man halt auch mal schnell und liegt dann da. Unten noch noch ein Bild der Kapelle gemacht und Schneeschuhe wieder auf den Rucksack und flotten Schritts bergab, da ich mittags zum Weißwurst essen in München sein wollte. Bergab begrüßte ich die ersten Wanderer die aufstiegen und wunderte mich nicht über deren seltsamen Blick, wer ihnen da schon um 8:30 entgegen kommt. Kurz vor dem Parkplatz begegnete ich dem gleichen Paar, das ich schon eine Woche zuvor getroffen hatte, anscheinend gehen die jeden Samstag auf den Wallberg.

Pünktlich um 11 Uhr war ich dann daheim, nach einer warmen Dusche ging es es zum Wirt und ich genoss das Augustiner.

1 Comment

  1. Andreas Lankes sagt:

    Bravo Fredl.
    !!!!!

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